Resilienz

Achte auf deine Gedanke!

                   Sie sind der Anfang deiner Taten“

 

Was ist Resilienz?                                                                                  

Resilienz  bedeutet Widerstandskraft und ist ein Begriff aus der Werkstoffkunde. Er meint die Fähigkeit eines Werkstoffes, sich verformen zu lassen und trotzdem wieder in seine ursprüngliche Form zurückzufinden.

Auch Menschen besitzen diese Widerstandsfähigkeit, diese Resilienz – manche mehr und manche weniger.

Grundlage vieler Aussagen ist die Kauai-Studie, die an 698 Kindern über ca. 40 Jahre auf der Insel Kauai in Hawaii durchgeführt wurde. Bereits in der pränatalen ( vor der Geburt) Entwicklungsperiode wurde der Einfluss einer Vielzahl biologischer und psychosozialer Risikofaktoren, kritischer Lebensereignisse und schützender Faktoren in der Entwicklung dieser knapp 700 Kinder erfasst, die im Jahr 1955 geboren wurden. Sie wurden im Alter von 1, 2, 10, 18, 32 und 40 Jahren untersucht.

Bei etwa 30 % der überlebenden Kinder in dieser Gruppe bestand ein hohes Entwicklungsrisiko, weil sie in chronische Armut hineingeboren wurden, geburtsbedingten Komplikationen ausgesetzt waren und in Familien aufwuchsen, die durch elterliche Psychopathologien und dauerhafte Disharmonie belastet waren. 2/3 dieser Kinder, die im Alter von zwei Jahren schon vier oder mehr Risikofaktoren ausgesetzt waren, entwickelten dann auch schwere Lern- und Verhaltensprobleme in der Schulzeit, wurden straffällig und hatten psychische Probleme im Jugendalter.

Auf der anderen Seite entwickelten sich 1/3 dieser Kinder trotz der erheblichen Risiken, denen sie ausgesetzt waren, zu leistungsfähigen, zuversichtlichen und fürsorglichen Erwachsenen. Im Alter von 40 Jahren gibt es in dieser Population im Vergleich mit der Altersgruppe die niedrigste Rate an Todesfällen, chronischen Gesundheitsproblemen und Scheidungen. Trotz einer schweren ökonomischen Rezession (nach der Verwüstung der Insel durch einen Orkan) haben all diese Erwachsenen Arbeit und keiner benötigt Hilfe vom Sozialdienst. Keiner dieser Erwachsenen hat Konflikte mit dem Gesetz. Ihre Ehen sind stabil, sie schauen hoffungsvoll und positiv in ihre Zukunft und haben viel Mitgefühl für andere Menschen in Not (nach Emmy E. Werner)

Emmy Werner überlebte als Kind die Bombennächte in Mainz, wanderte dann mit den Eltern in die USA aus und brachte es zu einer angesehenen Wissenschaftlerin – zeigte also selbst eine erhebliche Resilienz.

Resilientes Verhalten zeigt ein Mensch nicht trotz widriger Umstände, sondern wegen dieser. Extreme Stresserfahrungen können Stärken in einem Menschen hervorrufen, die er selbst bis dahin niemals für möglich gehalten hätte.

 

WAS IST RESILIENZ NICHT?

  • Erforschung einer „Unverwüstlichkeit“ des Menschen
  • Resilienz heißt nicht schlimme Ereignisse „schön reden“ oder seelische Verletzungen zu ignorieren